Dating & Gender

Jeany & Flo reden in dieser spontanen Folge über Dating, Männlichkeit und den Zusammenhang der beiden Themen. Am Anfang der Folge stellt Flo seinen neuen Blog mental-anarchy.de vor und die beiden bemerken, dass monokultur.fm bald Geburtstag hat.

Den beiden Hosts ist aufgefallen, dass viel mehr Frauen in ihrer Bubble unterwegs sind, als Männer. Jeany erzählt auch davon, wie schwer es ist, Männer zu finden, die sie daten will – entweder die Profilbeschreibung ist langweilig oder toxisch männlich.

Flo erzählt im weiteren Verlauf, wie er gemerkt hat, wie schwer es für Frauen ist, Männer zu daten, aber selbst von Männlichkeitsidealen nicht befreit ist. Dazu kommen sie auch nochmal auf das Thema toxische Männlichkeit zu sprechen.

Die Gedanken von Flo lassen selbst nähste Themen nicht aus: Er wünscht sich, als Akt der Selbstermächtigung, in Zukunft mit Ely angesprochen zu werden. Außerdem hinterfragt er seine sexuelle Ausrichtung, da er beim Dating Männern Männlichkeit unterstellt. Auch wenn man er als Mann ein Kompliment bekommt, passiert es leider, dass er das als Anmache interpretiert.

Hast du Fragen, die wir am 9.10. in der FAQ-Folge beantworten sollen? Hast du deine Sexualität schon mal hinterfragt? Und wie gehst du mit Komplimenten um – was macht es mit dir, wenn du welche gibst oder bekommst? Schreib es uns in die Kommentare – wir freuen uns auf deine Rückmeldung!

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2 Gedanken zu „Dating & Gender“

  1. Vielen Dank für diese interessante Folge! Macht euch bereit, ich habe eine Frage, eine Anmerkung, ein paar Gedanken und eine Antwort 🙂

    Erst die Frage für euer FAQ: Wie sieht die Vorbereitung zu einzelnen Folgen aus? Mich würde interessieren, wie wissenschaftlich eure Herangehensweise ist. Ich habe noch nicht alle Folgen gehört, also vielleicht habt ihr das schon mal irgendwann erwähnt…

    Meine Anmerkung bezieht sich darauf, wie ihr reagiert, wenn ihr euren zugeschriebenen Rollenbildern widersprecht. Ihr macht da im Prinzip ein “social breaching experiment” (https://www.berghahnjournals.com/view/journals/latiss/10/3/latiss100302.xml). Im verlinkten Artikel, den ihr hoffentlich auch außerhalb eines universitären Netzes lesen könnt, haben Studierende ausprobiert, wie es ist, darum zu bitten den Aufzug alleine zu benutzen ohne einen Grund anzugeben (das war noch vor Corona^^). Das basiert auf dem sog. Milgrim- Experiment, in dem Wissenschaftler*innen in der U-Bahn um Sitzplätze gebeten haben ebenfalls ohne Angabe von Gründen. Ich zitiere aus dem Artikel:
    “Background expectancies as ‘residual rules’ (Scheff 1970) of social interaction can be clearly distinguished from the other two categories of social norms [legal or moral norms, Anm. von mir]: in their case, there is no concept for deviance from the background expectancy (such as homicide for deviance from the legal prohibition of killing or adultery for deviance from marital fidelity). In fact, there are few incentives for breaching background expectancies (other than scientific curiosity). To obtain a seat in the subway is a small gain compared to the discomfort of appearing socially awkward. Therefore, deviance from the routine grounds of everyday activity rarely happens.”
    Das Spannende an diesen Experimenten ist nicht nur, wie oft solche Anfragen erfolgreich sind (Leute sind oft überrumpelt und sagen ja oder sie nehmen einfach an, die Person wird schon einen triftigen Grund haben), sondern auch, wie sich die Experimentierenden selbst fühlen. Zu fragen ist ihnen in der Regel unangenehm und sie rationalisieren ihr Verhalten indem sie sich sagen, sie tun es für die Wissenschaft.

    Jetzt kommen meine Gedanken zu Elys Akt der Selbstermächtigung. Eins vorweg: ich benutze die Namen und Pronomen, die eine Person mir sagt, die ich nutzen soll. Eine Begründung ist nicht notwendig und geht mich auch nichts an.
    Allerdings habt ihr im Podcast gesagt, dass Ely unter keiner Geschlechtsidentitätsstörung leidet. Das bedeutet, dass ihr dieses Experiment jederzeit abbrechen könnt, wenn es euch zu viel wird. Eine trans Person kann das nicht. Es kann also argumentiert werden, dass ihr euch etwas anmaßt, für was andere hart kämpfen müssen und ihr die volle “Experience” auch niemals haben könnt, weil ihr ja jederzeit aufhören könnt. Kann es nicht sein, dass solche Experimente der Akzeptanz für die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten und deren Ausdruck eher schaden, weil Menschen glauben, dass auch ein trans Mensch einfach nur “verkleiden” würde (siehe die Autorin, die nicht mehr gelesen werden darf)?
    Auf der anderen Seite könnte ich aber auch argumentieren, dass ihr durch das Aufbrechen der Hintergrunderwartung, wie sich ein Mann* zu kleiden hat, den Weg ebnet für die oben genannte Vielfalt der Geschlechter. Ihr nutzt eure Privilegien um die Gesellschaft an die verschiedenen Ausdrucksformen von Geschlecht zu gewöhnen. In einer perfekten Welt wäre es der Gesellschaft schließlich egal, wie sich eine Person kleidet, welche Pronomen sie bevorzugt und welche Genitalien sie hat.

    Zuletzt die Antwort auf die Frage, wie ich auf Komplimente reagiere. Mir wurde zurückgemeldet, dass ich komisch bzw seltsam reagiere. Ich erkenne Komplimente oft nicht und ich wehre sie oft ab. Beispiel: “Deine Schuhe sind schön!” – “Die sind aber kaputt.” oder “Das hast du gut gemacht!” – “Ich hatte ganz viel Hilfe.” Das Verhalten hat wohl mit meinem Selbstwertgefühl zu tun.

    1. Hej Stormageddon,

      danke für den Hinweis zum Artikel! Ich kann den von außerhalb des Uni-Netzes leider nicht lesen, aber du hast ja einen Auszug gepostet und erklärt, worum es geht. Spannendes Experiment auf jeden Fall!

      Die beiden Fragen (bzw. die Frage und die Anmerkung) werden wir auf jeden Fall in der nächsten Folge besprechen 🙂

      Liebe Grüße
      Ely

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