Solo-Polyamorie & andere Singles

Nach längere kreativer Pause sprechen Jeany & Flo in dieser Folge über das Single-Dasein. Flo bezeichnet sich selbst als Solo-Polyamor, aber was bedeutet das überhaupt?

Update: der Begriff Solo-Polyamorie wird in dieser Episode nicht korrekt benutzt. Ein Statement dazu findest du in den Kommentaren.

Die Folge startet mit einer Diskussion darüber, ob Polyamorie eine Haltung oder die Bezeichnung einer Beziehungsform ist. Jeany fragt sich, ob sie als Beziehungsanarchistin überhaupt Single sein kann. Dabei ist “Single” auch häufig negativ konnotiert, was allein die Begriffe Happy Single oder Mingle zeigen.

Gegen Ende der Folge plaudern Jeany & Flo über das Single-Dasein aus dem Nähkästchen: ihre eigenen Single-Geschichten und auch wie sich Single-Sein nach einer Beziehung anfühlt.

Bist du in einer mono-poly-Beziehung – und falls ja, welche Herausforderungen bringt das mit sich? Wie definierst du dich, wenn du “single” oder “solo” bist? Und was machen diese Begriffe mit dir? Schreib es uns in die Kommentare – wir freuen uns auf deine Rückmeldung!

Links

Verwandte Folgen

  • Poly vs. BA

9 Gedanken zu „Solo-Polyamorie & andere Singles“

  1. Danke für die Korrektur.
    Zum Glück wurde im Podcast ja gar nichts definiert und der Begriff einfach nur durchgängig falsch verwendet.
    Die negative Sichtweise entsteht vor allem aus dem Missverständnis SoPos würden gar keine verbindlichen Beziehungen eingehen. Als würden wir unsere Partner nur für Sex und die spaßigen Freizeitbeschäftigungen treffen, aber nie beim Schneeschippen helfen wollen und immer die vollen 1,40 zum Einschlafen für uns wollen. Ein bisschen wie das, was Jeany schon als Cherrypicking im Podcast erwähnt. Ich hab in meinen Beziehungen nur mehr Zeit und Raum für mich, bin dennoch sofort da, wenn meine Hilfe gebraucht wird. Der Rest der Definition ist ja unten schon von anderen gegeben worden.
    Ich hatte am Ende wieder ein wenig den Gedanken, dass die zwei Menschen in der Beziehung das Commitment ja eh mit sich ausmachen, wozu also von vornherein wieder ein Label dran packen?
    Ich hab das Gefühl BA ist eher noch geduldet, eher ernst genommen, weil ein konkretes Konzept und Manifest dahinter stehen. Schade, dass die Community da nicht offener ist.
    Einen zweiten Teil fände ich super. Weil es unten erwähnt wurde, wie kann man eigentlich den Begriff queer-feministisch da einordnen? Ist da nur die philosophische Grundlage eine andere, aber die Praxis die gleiche wie bei BA?

    1. Hej Feli,

      danke für deine Gedanken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Annahme, Solo-Poly wäre Cherrypicking, zu Neid und Missgunst führt. Es würde ja auch Menschen nicht gerecht, nur “in guten Zeiten” dazu sein und wenn es dem/der anderen nicht gut geht wieder abzuhauen. Vielleicht weckt der Begriff auch Erinnerungen an Männer, die recht viele Affären haben, aber sich nicht mehr zurückmelden, wenn die Partner-Person mal ein offenes Ohr braucht. (da wären wir auch beim feministischen Ansatz)

      “wozu also von vornherein wieder ein Label dran packen” – im Prinzip geb ich dir da total Recht, aber zwei Dinge erweisen sich in diesem Zusammenhang als schwierig:
      * Menschen sind es gewohnt, Dinge in Schubladen zu stecken (war ja auch Thema in unserer allerersten Folge). Das macht vor der Poly-Community nicht Halt und das abzulegen ist nochmal ein ganz eigener, vielfach schwierigerer Prozess, als die Einsicht, dass Liebe nicht begrenzt ist
      * selbst nach der Einsicht, dass es keine Bezeichnungen braucht, kann es Gefühle geben, die das anders sehen. Was es heißt, hier konsequent idealistisch ranzugehen, musste ich im letzten Jahr schmerzlich erfahren. Ich merke, dass auch ich Bezeichnungen brauche (das führte dazu, dass ich mich als poly statt als BA bezeichne – mehr dazu in einer anderen Folge)

      Eine zweite Folge wird es sicher geben, dann hoffentlich auch mit Interview-Partner*innen. Ich hab das Gefühl, dieses Thema ist ein ganz neuer Gedankenstrang – nicht nur für mich, sondern auch für den Podcast 🙂

      Liebe Grüße
      Ely

  2. Hej ihr Lieben,

    ihr habt natürlich mit eurer Kritik völlig Recht: als Solo-Polyamor bezeichnen sich Menschen, die zwar Beziehungen/Partnerschaften eingehen, aber ein hohes Maß an Autonomie benötigen: http://beziehungsgarten.net/blog/wp-content/uploads/2015/05/v2_1deutsch-die-vielfalt-der-liebesbeziehungskonzepte.jpg

    Wir haben uns da vor dieser Episode nicht genug schlau gemacht – das tut uns leid. Vor allem bei mir (Flo) war der Begriff dadurch besetzt, dass er aus meinem Umfeld häufiger in meiner (falschen) Bedeutung vorkam.

    Wir werden definitiv auch noch eine Update-Folge dazu machen – vielleicht auch mit jemandem, der/die sich selbst so bezeichnet.

    Alles Liebe
    Flo

  3. Hey ho,

    na toll, nun war Maria schneller als ich. (-: Yes, ich bezeichne mich auch als “solo-poly”, weil ich selber alleine und eigenständig bleiben möchte (Alltag, Wohnung, Finanzen, etc), also keinen Primär-/Nestingpartner suche.

    Ich hab mich die Folge lang gefragt, warum man überhaupt ein Label braucht, ob man “solo” im Sinne von “Single” ist. Wenn ich jemanden kennenlerne, dann interessiert mich nur, ob der jenige gerade dafür offen ist, mich auch kennenzulernen. Es gibt viele Gründe, die dagegen sprechen: Mindset, aktuelle Stimmung, Stress, Job, Anzahl an Partnern oder gerade (zu) viele andere Menschen am Kennenlernen.
    Die Information, ob jemand “Single” ist oder nicht, hat für mich so erstmal gar keinen Wert.

    Schön, wieder von euch zu hören. (-; Bis zum nächsten mal, Felix

    1. Hej Felix,

      danke für deine Rückmeldung, ich hab mal ein Update in die Beschreibung und auch als Kommentar gepostet 🙂

      Du hast tatsächlich Recht, dass die Bezeichnung als “Single” eigentlich auch nur ein Schubladendenken ist. Darüber hinaus würde ich es sogar als patriarchal geprägt verstehen, dass Single gleichzusetzen mit anflirtbar ist (und man/frau sich rechtfertigen muss, wenn sie Single ist und trotzdem nicht angeflirtet werden will).

      Danke für den spannenden Gedanken und alles Liebe!
      Flo

  4. Ich bin auf euren Podcast vor etwa drei Monaten gestoßen und habe den Podcast quasi ‘am Stück’ gehört. Danke für eure tolle Arbeit!!
    Vor wenigen Tagen war ich dann durch und habe mich wie bolle gefreut, als ich auf Instagram entdeckt habe, dass es eine neue Folge gibt. Es hat wie immer großen Spaß gemacht, sie zu hören, heute beim Stapfen durch den tiefen Schnee.

    Danke, Maria, für Deine Gedanken zur Solo Polyamorie, ich wollte gerade etwas ähnliches rückmelden. Ich lebe selbst ‘Solo-Poly’. Für mich selbst bedeutet solo polyamor leben, dass ich allen Beziehungen den potentiell gleichen Stellenwert geben kann (und möchte), weil ich keine(n) Nesting Partner habe und mir wichtig ist, den Relationship Escalator nicht zu reproduzieren (irgendwie ist es dadurch für mich auch eine queer_feministische Praxis).
    Für mich ist ‘Solo-Poly’ ein super Weg, bei mir zu bleiben und gleichzeitig in verbindliche, liebevolle und tiefe Beziehungen zu Menschen zu gehen. Es ist für mich die (aktuell) passendste Beziehungsform, weil ich es in sehr nahen Beziehungen früher nicht geschafft habe, bei mir zu bleiben und auch gut für mich (und nicht nur dien andere*n) zu sorgen. Ich habe den Kontakt zu mir und meinen Bedürfnissen verloren, habe mich voll auf die andere(n) Person(en) konzentriert.

    Ich würde mich total freuen, wenn ihr darüber nachdenken mögt, vielleicht mal eine Folge über (oder auch mit?) Solo-Poly’s zu machen. Auf dem Poly-Stammtisch Leipzig ist Solo-Poly immer mal wieder Thema und wir haben schon tolle quasi-philosophische Diskussionen dazu geführt. Ich stelle mir das als ne sehr spannende Folge vor.

    1. Hej Joris,

      vielen Dank für die Blumen und natürlich auch für deine Rückmeldung, ich hab mal ein Update in die Beschreibung und auch als Kommentar gepostet 🙂

      Die Chance, Solo-Polyamorie als “bei sich bleiben” zu erleben, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hab selbst nicht wirklich Erfahrung damit (deshalb auch die Begriffsverwechslung) aber werde da in nächster Zeit mal rein fühlen. Und wir werden sicher nochmal eine Folge machen, wo wir mit “erfahrenen” Menschen darüber sprechen.

      Alles Liebe
      Flo

  5. Hey,
    schön wieder eine neue Folge von euch zu hören 🙂

    Mir ist aufgefallen, dass hier der Begriff solo poly anders verwendet wird als sein eigentliche Bedeutung vorgibt. Single und poly zu sein ist nämlich nicht das selbe wie solo poly zu sein (hier wird es aber so dargestellt). Ich denke, das könnte daran liegen, dass sehr oft die Begriffe Single und Solo (“ich bin solo”) austauschbar verwendet werden.

    Solo poly zu sein bedeutet jedoch, dass man poly lebt, wobei man sich selbst quasi der eigene Primärpartner ist, ansonsten gibt es zwischen den Partnerpersonen keine Hierarchie. Es wird viel Wert gelegt auf die eigene Freiheit und Unabhängigkeit und die Partnerschaften sind auch unabhängig vom relationship escalator, es gibt keine geteilten Finanzen. Verheiratet zu sein oder mit einem Partner (oder auch anderen Menschen) zusammen zu wohnen, schließt sich auch für die meisten aus, die solo poly leben. Es passt ein bisschen zu dem, was Jeany am Ende über single = eigentständig sagt.

    Menschen, die solo poly leben, führen mitunter auch (mehrere) längerfristig angedachte, verbindliche Partnerschaften, es geht dabei nicht darum, dass man ungebunden sein möchte oder keine Verantwortung übernehmen möchte. Das ist aber von Seiten der Menschen, die nicht (solo) poly leben, oft ein Vorurteil, also dass solo Polys nur an sich denken würden und keine verbindlichen Partnerschaften eingehen wollen. Dementsprechend ist diese Sichtweise von solo Polys nicht so gerne gesehen.

    Für die Kombination poly und Single ist da eher die Bezeichnung “polysingleish” verbreitet. Ob es da eine deutsche Bezeichnung gibt, weiß ich nicht.

    Weiterhin frage ich mich auch gerade, womit es zu tun hat, dass es Menschen gibt, die sich auch in (und trotz) Partnerschaften finden können und sie selbst bleiben können, während andere sich nur als Single finden können und sich in einer Partnerschaft selbst verlieren. Ich vermute, dass es etwas damit zu tun hat, inwiefern man sich selbst (auch innerhalb einer Partnerschaft) abgrenzen kann. Ich selbst bin da auch noch dran am arbeiten, aber habe auch gemerkt, dass es mir da weiterhilft, mehr Unabhängigkeit in meiner Partnerschaft zu haben.

    1. Hej Maria,

      schön von dir zu hören, ich hab mal ein Update in die Beschreibung und auch als Kommentar gepostet 🙂

      Spannend, dass die Sichtweise von Solo-Polys “nicht so gern gesehen” wird. Kannst du dir vorstellen, warum das so ist? Gilt auch in der “klassischen” Poly-Community noch der Gedanke von “fester” Bindung? Und sind dann Beziehungsanarchist*innen auch nicht so gern gesehen, weil sie sich (vermeintlich) auch nicht “binden” können/wollen?

      Poly-singleish kannte ich noch nicht.

      Mir fällt es auch nicht so leicht, mich in einer Partnerschaft abzugrenzen, deshalb werde ich mal in das Konzept von Solo-Polyamorie rein spüren.

      Alles Liebe!
      Flo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.